Grüner Reisen – Wie du das 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit in deine Reisen integrierst

Das 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit zeigt anschaulich, welche Aspekte in Sachen Nachhaltigkeit wichtig sind – aber das Ganze ist irgendwie ziemlich abstrakt. Wir zeigen dir, wie du die drei Aspekte konkret in deine Reisegewohnheiten integrieren kannst!

Fischerhäuser am Meer

Aber zuerst zur Erinnerung: Nach dem 3-Säulen-Modell fußt Nachhaltigkeit auf drei Grundpfeilern: sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit. Der soziale Aspekt steht für faire Löhne und Arbeitsbedingungen, die ökologische Säule betont den Schutz von Umwelt und Natur sowie die Reduktion von Emissionen und der Aspekt der ökonomischen Nachhaltigkeit symbolisiert langfristig verantwortliches Wirtschaften. Diese drei Grundpfeiler kannst du wunderbar in deine Reisegewohnheiten integrieren, indem du dir zu einfach ein paar Fragen stellst.

Folgende Fragen helfen dir dabei, deine Reiseplanung oder auch deine Reisegewohnheiten allgemein auf ihre Nachhaltigkeit zu überprüfen. Am besten gehst du dabei alle Aspekte der Reise einzeln durch:

Mobilität

  • Wie hast du An- und Abreise geplant – und wie hoch fällt der Emissionsausstoß dabei aus? Natürlich brauchst du keine genauen Angaben über den CO2-Ausstoß, um einzuschätzen, in welche Richtung das Barometer ausschlägt.
  • Fliegst du mit dem Flugzeug oder nimmst du Zug oder Auto – vielleicht sogar via CarSharing-App?
  • Hast du am Urlaubsort einen Wagen gemietet oder düst du dies Mal mit dem Leihfahrrad umher? Vielleicht nimmst du auch die öffentlichen Verkehrsmittel?

Unterkunft

  • Wie fügt sich meine Unterkunft in die Umwelt ein? Habe ich ein billiges Zimmer in einer riesigen Bettenburg einer internationalen Hotelkette gebucht oder eher eine privat geführte Pension, eine Ferienwohnung (aufgepasst bei AirBnB!) in einem natürlich gewachsenen Wohngebiet? Ist es vielleicht sogar eine Bio-zertifizierte Unterkunft mit Siegel?
  • Wie wirtschaftet das Hotel/der Betrieb? Keine Sorge – Interviews mit der Buchhaltung sind nicht nötig. 😉 Schau dich einfach genauer um, auch auf der Homepage des Betriebs. Vielleicht wirbt das Hotel/der Betrieb sogar damit, dass Nachhaltigkeit zu den Unternehmensgrundsätzen oder gar zum Leitbild gehört? Nein? Kein Problem. Dann klick dich einfach ein bisschen durch die Seiten und widme dich den Details: Bezieht die Küche des Hauses ihre Produkte aus regionalem und/oder saisonalem Anbau/Jagd/Fischfang etc.? All diese vermeintlichen Kleinigkeiten geben zuverlässige Auskunft über die grundlegende Ausrichtung des Hauses.
  • Werden in der Inneneinrichtung vielleicht nachhaltig bezogene Rohstoffe verwendet wie heimische Hölzer, Bettwäsche aus Bio-Baumwolle oder ähnliches? (Solche Details werden von den Betrieben in aller Regel erwähnt!)
  • Welchen Eindruck erweckt die Arbeitsatmosphäre unter den Mitarbeitern? Handelt es sich um einen privat-, vielleicht familiengeführten Betrieb mit wenigen Angestellten, die sich augenscheinlich wohlfühlen und mit dem Hotel identifizieren können? Bei diesem Aspekt musst du dich mit oberflächlichen Hinweisen zufriedengeben, weil dir niemand darüber ehrlich Auskunft geben wird, ohne gegebenenfalls seinen Job zu riskieren – wenn die Mitarbeiterfreundlichkeit nicht gegeben ist, wohlgemerkt. Verlass dich auf dein Bauchgefüh.

Aktivitäten vor Ort

Wie du am Urlaubsort deine Freizeit verbringst, gehört zu den wichtigsten Aspekten der Nachhaltigkeit, weil hierbei die soziale, die ökonomische und die ökologische Nachhaltigkeit berührt werden! Details hierzu findest du in einem ausführlichen Artikel zum Thema nachhaltige Aktivitäten. Für eine grundlegende Orientierung stelle dir einfach folgende Fragen:

  • Profitieren die Einheimischen beziehungsweise die Wirtschaft der Region von deinen Aktivitäten vor Ort – oder eher internationale Massentourismusunternehmen?
  • Unterstützt du mit deinen Aktivitäten unbeabsichtigt Unternehmen, die beispielsweise das Tierwohl missachten, Arbeiter ausbeuten oder auf andere Weise der Umwelt schädigen?
  • Wie ernährst du dich an deinem Urlaubsort? Gehst du zum inhabergeführten Restaurant um die Ecke und in das sympathische Bistro, in dem der Chef noch selbst den Kaffee serviert? Oder unterstützt du internationale Ketten wie Starbucks, Vapiano oder gar McDonald’s? Kaufst du deine Lebensmittel und/oder Souvenirs auf dem Wochenmarkt oder in großen Supermarktketten ein?

Du siehst selbst: Beim nachhaltigen Reisen gibt es sehr viele Aspekte zu beachten, wenn man es denn richtig machen will. Deshalb mein sehr ernst gemeinter Tipp: Fang langsam an und verlange nicht zu viel von dir selbst. Wir brauchen keine idealistischen Alleinkämpfer, die alles auf eine Karte setzen – um dann zu merken, dass unterwegs die Freude am Reisen auf der Strecke geblieben ist. Nachhaltigkeit will langfristig gedacht werden. Dafür brauchen wir alle einen langen Atem. Und den haben wir nur, wenn wir klug sind und einen Fuß vor den anderen setzen und unseren Weg langsam, aber stetig fortsetzen. Und dabei bitte, bitte, bitte eins nicht vergessen: Spaß haben!

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