Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Super, finden wir! Doch wie definiert sich Nachhaltigkeit eigentlich? Was sind die wesentlichen Aspekte und was genau bedeuten sie für sanften Tourismus und Eco-Travel?

Wald Sonne

Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde erstmals beim World Summit 2002 in Johannisburg definiert. Die dort entworfenen Leitlinien für nachhaltiges Handeln gelten seither als offizieller Maßstab für Staaten und Unternehmen. Grundlegend ist das sogenannte 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit, das du vielleicht auch schon mal im Fernsehen oder im Netz gesehen hast und das die drei Grundaspekte von Nachhaltigkeit erläutert.

Zwar wurde dieses Modell als offizielle Leitlinien für Staaten und Unternehmen entwickelt, doch auch wenn es um nachhaltiges Reisen geht, kannst du dich an diesen Maßstäben orientieren. So sieht das Modell aus:

Ökologie

Die erste Säule befasst sich mit der Ökologie, also dem Schutz der Umwelt und der Natur. Es geht um einen bewussten Umgang mit Energie, Wasser und Rohstoffen, insbesondere endliche, nicht nachwachsende Rohstoffe. Auf diese Weise sollen Schäden am Ökosystem vermieden werden und stattdessen Biodiversität gefördert werden. Emissionen – also jede Form von Verunreinigungen von Luft, Boden und Wasser – gilt es, so gering zu halten, dass sie möglichst wenig Schäden anrichten.

Für deine Reisen heißt das: Wenn von ökologisch nachhaltiger Hotellerie die Rede ist, sind Betriebe gemeint, die beispielsweise ihre Energie aus umweltfreundlichen Quellen beziehen oder vielleicht sogar selbst gewinnen. Auch ein großer, blühender, insektenfreundlicher Garten, der die Artenvielfalt fördert oder die Verwendung nachhaltig gewonnener Materialien bei der Innenausstattung – beispielsweise FSC-zertifiziertes Holz, Bio-Baumwolle etc. – sind Aspekte, die den ökologischen Nachhaltigkeitsaspekt unterstützen. Ökologisch nachhaltig ausgerichtete Hotels können sich außerdem um verschiedene Siegel und Zertifikate bemühen.

Soziales

In sozialer Hinsicht bezieht sich Nachhaltigkeit auf den Grundsatz, dass die Würde des Menschen und die freie Entfaltung der Persönlichkeit niemandem abgesprochen werden darf. Ganz konkret bedeutet das: faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen sowie Umsetzung von Arbeitnehmerinteressen – auch unter Berücksichtigung des Allgemeinwohls.

Für deine Reisen heißt das: Ein sozial nachhaltig agierendes Unternehmen achtet beispielsweise darauf, dass die Angestellten nicht zu viele Überstunden machen, ausreichend Pausen machen und unter humanen Bedingungen und zu fairen Löhnen arbeiten.

Ökonomische Nachhaltigkeit

Unter ökonomischer Nachhaltigkeit versteht man, dass nicht die Gewinnmaximierung um jeden Preis das oberste Ziel ist, sondern das langfristige Verfolgen fairer und sozialer Finanzstrategien – und zwar stets unter Berücksichtigung von Umwelt, Sozialem und lokaler/regionaler Wertschöpfung.

Für deine Reisen heißt das: Ein ökonomisch nachhaltig wirtschaftendes Restaurant bezieht seine Produkte beispielsweise (zumindest vorwiegend) aus regionalem Anbau und von Bauern, die keine polnischen Spargelstecher für 1,50 Euro pro Stunde beschäftigen.

Orientierungshilfe für deine nachhaltigen Reisen

Für deine Reisen kannst du dieses 3-Säulen-Modell wunderbar als Orientierung verwenden, um dir einen Überblick darüber zu verschaffen, wie nachhaltig die einzelnen Aspekte deiner Reise tatsächlich sind. Gerade am Anfang, wenn man noch nicht viel Routine in Sachen nachhaltiges Reisen hat, sondern noch gewohnheitsblind alten Handlungsmustern folgt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen und die eigenen Reisegewohnheiten im Einzelnen und ganz konkret zu hinterfragen. Mir hat das jedenfalls sehr geholfen – und hilft es noch.

Gleichzeitig erfährst du dabei viel über dich selbst – und was dir auf Reisen besonders wichtig ist. In manchen Hinsichten fällt es dir vielleicht leichter, umzusatteln und alte Gewohnheiten durch neue, bewusste Handlungen zu ersetzen. An anderer Stelle hast du vielleicht das Gefühl, auf liebgewonnenen Komfort verzichten zu müssen. Auf jeden Fall wirst du sehen, dass EcoTravel nicht zwangsläufig Verzicht bedeutet, sondern viel eher einen Zugewinn an anderer Stelle. Außerdem gibt es inzwischen viele zertifizierte Bio-Hotels, die eine attraktive Kombi aus Style, Komfort und korrekter Attitüde an den Tag legen. Verzicht sieht jedenfalls ganz anders aus!

Denk dran: reisen sollen spaß machen

Setz dich gerade am Anfang nicht zu sehr unter Druck und steck deine Ziele nicht gleich zu hoch. Du brauchst schließlich auch noch Luft nach oben! 😉 Im Ernst: Große Ambitionen in allen Ehren – aber niemandem ist geholfen, wenn du mit Feuereifer loslegst, dir dann aber auf halber Strecke die Puste ausgeht, weil du zu streng mit dir warst und dir zu viel abverlangt hast. Denk immer daran: Nachhaltigkeit plant auf lange Sicht! Fang lieber klein an und steigere dich langsam. Nach oben sind ja bekanntlich ohnehin keine Grenzen gesetzt.

Alle Details darüber, wie du die drei Säulen der Nachhaltigkeit ganz praktisch in deine Reisen integrierst, erfährst du in unserem Bericht Grüner reisen – In zehn kleinen Schritten zu mehr Nachhaltigkeit unterwegs.

Regina Tücking

Hallo liebe Leser und Reisefreunde! Ich bin Regina, Teil des kleinen, aber feinen Autorenkollektivs des touriDat-Blogs und kümmere mich in erster Linie um die Kategorie EcoTravel. Dort versorge ich euch regelmäßig mit vielen interessanten Infos, Hintergrundwissen, Tipps und Empfehlungen rund um das Thema nachhaltig Reisen und sanfter Tourismus. Ich freue mich darauf, dieses spannende Thema mit euch anzugehen und zusammen mit euch jede Menge Neues zu lernen!

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