Bericht aus Berlin – Part I

Nachhaltig Reisen Berlin: grüner Städtetrip in die Bundeshauptstadt

Oberbaumbrücke Berlin

Die erste Reise im Rahmen meines Eco-Travel-Abenteuers führt mich in unsere Hauptstadt. Berlin, Berlin. Ich war bislang erst zwei Mal dort und das waren jedes Mal kurze, eng getaktete Aufenthalte, die außerdem schon lange zurückliegen. Vom Wesen der Stadt habe ich dabei nicht viel mitbekommen und bleibenden Eindruck hat sie auch nicht hinterlassen. Trotzdem gebe ich Berlin nicht auf! Irgendwas muss es ja haben! Dieses Mal möchte ich herausfinden, was das ist. Und dabei ausprobieren, wie sich ein Städtetrip nachhaltig organisieren lässt – und wie viel Spaß das eigentlich macht.

Auf dem Hinweg eine Prise Seeluft mitnehmen

Für meinen nachhaltigen Städtetrip nach Berlin habe ich mir einen komprimierten Kurztrip Mitte August zurechtgezimmert. Zwei Nächte im Hochsommer sollen es sein. Unter der Woche, weil weniger Touristen. Im Sommer, weil’s mit Sonne einfach schöner ist.

Vor Berlin steht aber erstmal Nordseeluft in Emden auf dem Programm. Dort besuche ich meinen Vater von Freitag bis Montag. Am Montag geht es dann weiter nach Berlin. Die ganze Reise soll natürlich ganz im Sinne unseres Blogs zwar nachhaltig ausgerichtet, aber nicht öko-dogmatisch sein. Mobilität, Unterkünfte und Aktivitäten vor Ort sollen also so weit möglich im Einklang mit den Empfehlungen für Nachhaltiges Reisen und Slow Travel stehen.

Nachhaltig Reisen Berlin: Das Auto darf zuhause bleiben

Mein geliebtes Autochen lasse ich deshalb zuhause. Stattdessen setze ich auf den Zug und die – Obacht! – Mitfahrzentrale beziehungsweise BlaBlaCars. Ja! Letzteres habe ich noch nie gemacht und bin gespannt. Auf die Zugfahrten freue ich mich. Der Plan sieht wie folgt aus:

  • Anreise nach Emden: ICE Dortmund HBF – Emden HBF
  • Anreise Emden – Berlin: Mitfahrzentrale, Treffpunkt/Abfahrt Emden HBF 12:00 Uhr
  • Rückreise Berlin – Dortmund: ICE Mittwochvormittag, 14.08.; 11:43 Uhr
  • Sonstige Wege: öffentliche Verkehrsmittel, Leihfahrrad und/oder zu Fuß

Kaffee in der Morgensonne und eine Katze auf dem Dach

Nach einem entspannten und unternehmungslustigen Wochenende bei meinem Vater in Emden mache ich mich Montagvormittag auf zum Bahnhof. Grüner reisen heißt schließlich Zug statt Auto. Zum Bahnhof selbst lasse ich mich allerdings fahren. Ja, mit dem Auto, und ja, es ist sogar ein Mini-SUV. Geplant war das nicht. Die Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz ist zwar nicht die beste, aber sie ist vorhanden. Und natürlich bin ich hochmotiviert, was meine erste grüne Reise angeht, also bin ich fest entschlossen, meine viel zu schwere Rollreisetasche über die Buckelpiste aus rotem Kopfsteinpflaster zu bugsieren, um meinen CO2-Fußabdruck so klein wie möglich zu halten.

Aber wie der Zufall es will, schmeckt der Kaffee am Gartentisch zu gut, die Morgensonne fällt so hübsch durch die Stockrosen und mein Vater und ich kommen aus dem Plaudern nicht raus. Und als wir dann los wollen, fällt uns auf, dass die Katze nicht auffindbar ist. Ob das mit den gespenstischen Geräuschen zusammenhängt, die vom Dachboden kommen? Dorie sitzt fest! Sie muss über den Pflaumenbaum aufs Dach geklettert und durch den Spalt am Giebel geplumpst sein.

So rennt die Zeit, wir rennen hinterher und anstelle einer klimaneutralen Straßenbahn, bringt mich letzten Endes der SUV meines Vaters zum Bahnhof. Die Straßenbahn ist schon weg. Und meine Mitfahrgelegenheit soll auf keinen Fall warten müssen. Auf dem Beifahrersitz lasse ich den Kopf hängen. Und schüttle ihn, ärgerlich auf mich selbst. Da fängt mein erster offizieller Öko-Trip gleich mit einem Fehlstart an! Und alles nur wegen der schönen Morgensonne. Und dem leckeren Kaffee. Und Dorie!

Eco-Traveller wollen gut organisiert sein – und flexibel!

Das Erste, was ich bei meinem Abenteuer Nachhaltig Reisen Berlin also lerne, lautet wie folgt: Wer nachhaltig reisen will, muss gut organisiert sein. Diese Lektion schmeckt ein bisschen bitter für mich: Für eine leidenschaftliche Autofahrerin, die sich hinterm Steuer auf der Autobahn vor allem erstmal frei fühlt, ist es zunächst kein schönes Gefühl, sich in Abhängigkeit von Fahrplänen und Linienverkehr zu begeben. Und die sind auch noch so pünktlich!

Als ich dann auch noch missmutig sage: „Und dann auch noch ein SUV!“, klärt mein fahrender Vater mich auf: „Weißt du, das mag ein SUV sein, aber er verbraucht ganz sicher weniger als dein gebrauchter, 12-jähriger Skoda.“ Erstmal glotze ich ungläubig. Was denn der hier verbrauche, frage ich. „Etwas mehr als vier Liter, kombiniert.“ Jetzt glotze ich noch ungläubiger. Kann das denn möglich sein? Mein alter Skoda liegt bei ungefähr 7,8 Litern, kombiniert. Wenn man aufpasst. Bei mir liegt er natürlich höher. Ich wusste nicht, dass es SUV gibt, die so wenig Sprit verbrauchen, und bin einigermaßen von den Socken. Man kann sie also doch nicht alle über einen Kamm scheren! Schade, es wäre so herrlich einfach gewesen.

Fürs Protokoll: Die Straßenbahn verbraucht natürlich noch weniger. Trotzdem ist mein Gewissen ein bisschen erleichtert und ich bin froh, als ich um kurz vor 12 meine Mitfahrgelegenheit rauchend an ihrem Leihwagen stehen sehe. Und es ist kein SUV. Wir erkennen uns gleich, lächeln uns zu, mögen uns gleich. Die Sonne steht hoch am Himmel. Ich bin friedlich und voller Vorfreude. Jetzt geht’s los.


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